Karin Eiselstein

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Traumatherapie

Traumatische Erfahrungen sind dadurch charakterisiert, dass sie einhergehen mit existenzieller Angst und dem Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefertsein. Diese Erlebnisse können aufgrund ihrer Massivität und aufgrund der erlebten Überforderung nicht angemessen verarbeitet und integriert werden. Manchmal werden solche Erlebnisse zum Schutz „vergessen“ oder man kann sich nur bruchstückhaft erinnern. Die Erinnerung kann auch unbewusst durch einen Sinneseindruck (z.B. einen best. Geruch, eine best. Farbe etc.) ausgelöst werden (man spricht dann von „Triggern“). Diese Wiedererinnerung (oder auch flashback genannt) kann oft hoch belastend und krisenhaft sein. Bei kleinen Kindern können sich solche Wiedererinnerungen auch im „traumatischen Spiel“ zeigen, in dem best. Komponenten des Traumas wieder und wieder durchgespielt werden, ohne dass es zu einem (er-)lösenden Ende kommen kann.

Auf traumatische Erfahrungen reagieren alle Menschen erst einmal mit einer Erschütterung, da der Glaube an die eigene Sicherheit, die eigene Selbstwirksamkeit (ich kann etwas tun/etwas bewirken) und den eigenen Selbtwert fundamental ins Wanken geriet. Daraufhin brauchen alle Menschen eine besondere Unterstützung ihres sozialen Umfeldes und eine Begleitung – manchmal aber auch eine Psychotherapie.

Traumatische Situationen können einmalig sein (wie z.B. schwere Unfälle, Naturkatastrophen, medizinische Eingriffe, kriminelle Handlung etc.), aber auch lang anhaltend und immer wiederkehrend stattfinden (z.B. körperliche und/oder psychische und/oder sex. Gewalt, Vernachlässigung, Kriegserlebnisse etc.). Besonders Kinder sind deutlich höher gefährdet als Erwachsene.

Mögliche langanhaltende Folgen können sein:
heftige Angstgefühle, psychosomatische Reaktionen, hohe andauernde innere Erregung, wiederkehrende belastende Erinnerungen (flashbacks), sich fremd in der Welt fühlen, Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung zu Anderen, nichts mehr fühlen können, Verlust von vorher erworbenen Fähigkeiten (z.B. plötzliches wieder einnässen, nicht mehr Sprechen etc.), und vieles mehr.

Manchmal zeigen sich auch Bewältigungsversuche als destruktive Verhaltensweisen wie z.B. erhöhter Alkoholkonum, Drogenkonum, Ritzen, die langfristig zu noch mehr Leid führen.
Neue psychotraumatologische Konzepte tragen dem Rechnung. Zunächst ist das wichtigste die Sicherstellung von Schutz und Sicherheit. Eine Traumatherapie kann nur erfolgen, wenn das Kind  bzw. der/die Jugendliche aktuell in Sicherheit ist. Wesentlich sind dabei die Krisenintervention und Stabilisierung, d.h. gemeinsam Wege und Methoden zu erarbeiten, wie mit belastenden Erinnerungen und Empfindungen umgegangen werden kann, wieder mehr Sicherheits- und Selbstwirksamkeitserfahrungen möglich werden und evtl. auch (wieder) eine Rückbesinnung auf sich selbst und die eigenen Ressourcen erfolgen kann.
Bei erfolgter Stabilisierung kann im geschützten Rahmen die Aufarbeitung der traumatischen Erlebnisse schonend erfolgen.
Mädchen und Jungen können so effektive Hilfe erfahren und langwierige Leiden können vermieden werden.